Bronchiale Thermoplastie

Im St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich führt der Oberarzt Gerald Wilmsmann die bronchiale Thermoplastie bei schwerem Asthma durch.

Diese Therapie ist für erwachsene Asthmatiker geeignet, deren Erkrankung trotz medikamentöser Therapie und begleitender Maßnahmen nicht genügend unter Kontrolle ist, und sie ergänzt die Behandlung mit Medikamenten.

Ziel ist, die Lebensqualität bei schwerem, unkontrolliertem Asthma zu verbessern, indem danach weniger Asthmaanfälle bei den Betroffenen auftreten oder weniger Besuche in der Notaufnahme nötig werden.

Bei dem minimalinvasiven Verfahren führt der Lungenfacharzt während einer Bronchoskopie einen speziellen Katheter durch den Arbeitskanal des Bronchoskops ein. Dann wird die Hochfrequenzenergie kontrolliert und individuell korrekt abgegeben. Notwendig sind drei Eingriffe, die etwa alle vier Wochen stattfinden, und jeweils etwa eine Stunde dauern. Der Patient erhält eine Narkose.

Die bronchiale Thermoplastie verringert die übermäßig vorhandene glatte Muskulatur in den Atemwegen und damit die dadurch verursachte Verengung. Die zum Schutz der Atemorgane wichtige Schleimhaut erholt sich nach der Behandlung wieder und bleibt somit erhalten.

Bei schwerem Asthma ist die glatte Muskulatur in den Atemwegen umfangreicher vorhanden als dies bei gesunden Menschen der Fall ist. Die sogenannte glatte Muskulatur, die in den meisten Hohlorganen vorhanden ist, wird nicht bewusst gesteuert, sondern vom vegetativen Nervensystem. Sie sorgt beim Atmen für die Kontraktion und Entspannung der Atemwege. Bei Asthmatikern sind in dieser Muskulatur entweder mehr Zellen vorhanden oder die üblichen Zellen sind vergrößert. Beides verengt die Atemwege, die bei Atemnot während eines akuten Asthmaanfalls zudem verengt sind, da nun auch die Schleimhaut anschwillt und zähen Schleim absondert. Betroffene müssen regelmäßig Medikamente einnehmen. Bei unkontrolliertem Asthma haben schwere Asthmatiker dennoch täglich Beschwerden, oft auch in der Nacht, und ihre körperliche Aktivität ist stark eingeschränkt. Für sie kann die bronchiale Thermoplastie in Betracht kommen.

Die Abteilung für Innere Medizin im St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Michael Behnke ist eine der ersten Kliniken in Deutschland, in denen die bronchiale Thermoplastie stattfindet.

Bronchiale Thermoplastie Patienteninfo

Informationsfilm

Michael H. und seine Erfahrungen mit schwerem Asthma und der Bronchialen Thermoplastie
Boston Scientific Europe